
Ankunft auf dem Mutter-Teresia-Flughafen Rinas/Tirana um 23.50 Uhr.
Die Flughafengebäude erinnern in der Finsternis an einen österreichischen Provinz-Bahnhof. Die Zollformalitäten werden beherrscht von Gockeln in Uniform, die mit furchteinflössenden Funkgeräten gestikulieren, während ein VIP an der Schlange für Einheimische vorbei am Einreiseschalter vorbei geleitet wird. Das führt zu Geschrei und demonstrativen Handbewegungen zum Pistolenhalfter.
Wir sitzen am Rand und warten bis sich die Reihen gelichtet haben. Die Kinder sind brav, hundemüde aber voller Freude darauf, ihre Eltern wieder zu sehen.
Berührende Szenen, als die Väter mit Tränen in den Augen ihre Kleinen umarmen. Die vom Leben hier gehärteten Burschen, die in ihrem Leben wohl wenig an ihr Herz lassen, sind von der Wiedersehensfreude überwältigt.
Wir verlassen das Flughafengebäude und treffen auf Belumb den lokalen Mitarbeiter des Friedensdorf in Albanien. Die Übergabenformalitäten werden in der Bar nebenan erledigt. Der kleine Bekim, gehörlos und mit Nierenschaden, schreit eine halbe Stunde wie am Spieß vor Freude und rennt im Gastraum herum, dass die Sessel wackeln. Seine Mutter wackelt mit dem Kopf.
Als endlich alle Eltern die Übergabe der Kinder bestätigt haben, in die Verabreichung der neuen Medikamente eingewiesen sind und die Kinder in ihre Mercedesse gepackt haben, können wir endlich auch zum Hotel aufbrechen.