Archiv für Mai 2005

Outdoor-Blogging

Sonntag, Mai 29th, 2005

iBook, Kaffee, Glas Wasser draussen
…is nicht. Leider geht das WLAN nicht bis raus, dank der dicken Mauern. Aber drinne is es eh viel kühler. Und das Ausrasten hab ich mir heut auch verdient.

Berge, Hund
Almkogel über die Ennserhütte. 700 Höhenmeter in 75 Minuten.

Zunge von Emma,dem schwarzen Labrador-Retriever
und heiß wars!

TypoBerlin 2005 • Tag 2

Donnerstag, Mai 26th, 2005

Auf um acht. Berlin shoppt nicht vor zehn.

Uwe Loesch, Bruno Schmidt (Meta Design Schweiz) und Johannes Erler (Factor Design, Hamburg), Wie wir arbeiten:

Uwe Loesch, TypoBerlin 2005
Uwe Loesch ist ein “großer, alter Mann” – sehr angenehm – einer von denen, die niemandem mehr was beweisen müssen. Humorvoller Beitrag, sehr relaxed nur etwas getrieben vom unsäglichen Spiekermann. Extra gute Plakate. Eine Instanz oder wie Michael sagte: “Eine Klasse höher als alle anderen”. Yes, definitly.

Bruno Schmidt hat Meta Design Schweiz gegründet. Ich hab nicht alles gesehen, aber er meinte, das man das Einsparungspotenzial und die betriebswirtschaftlichen Vorteil guten Designs in den Vordergrund stellen sollte. Stichwort: “Design als Managementinstrument”.

Johannes Erler ist einer der vier Partner von Factor Design. Factor Design scheint viele Ähnlichkeiten zu unserem Büro zu haben, bezüglich Anspruch und Herangehensweise. Erler erzählte über Wachstum während Boomphasen und das Problem an derem Ende wieder zu schrumpfen. Er zeigte einige lustige Statistiken, zum Beispiel sind bei Factor Design bisher 1,51% aller ParkatikantInnen blonde Schwedinnen gewesen.

MAGMA, Das Wort, das Bild + der gute Glaube:
Zwei Designer und ein Illustrator und ein Fotograf arbeiten an einem Buch “Bastard”. Dazu machen sie eine dreiwöchige Weltreise. Sie zeigen ihre Eindrücke als Slideshow mit Musik. Starke Portraits und die Fotos sind überhaupt sehr ok. Die Illustrationen, hmm, nicht so mein Fall. Darübergelegt Texte, die ich nicht verstanden hab’. Insgesamt sehr – äh – moody?

Gerard Unger, TYPO 2005:
Type + Design vor 1000 Jahren
Gerard Unger ist auf den drei TypoBerlins auf denen ich bisher war, ein unbedingter Fixpunkt. Altmodisch in Themen und Anspruch. Nix cool. Nix Web oder NewMedia. Typographie, Schriftdesign, klassisch. Der holländische Akzent, der trockene Humor (”Wir haben uns genommen eine Leberwurst, Käse und eine Kasten Bier und sind so lange an dem Schild vorbeigefahren, bis es dunkel war” – G.U. zum Thema User-Testing von Schriften auf Verkehrsschilder), die erkennbare Hingabe an die Sache machen ihn zum unbedingten must auf jeder Typo. Diesmal auch ein Thema, das mich eigentlich nicht zu Freudensprüngen einlädt – Romanik. Aber er zeigt Dias (ich glaube diesmal waren sie leider eingescannt) und vermittelt auch an diesem Thema Faszination (”ich liebe diese zusammengezogen A mit diese E). Der Saal war proppenvoll – zu recht!

Ralf Greuel, Die tausend Gesichter der Metamorphose:
Der Mann ist trocken. Sein Humor nicht, das hat er bereits 2003 (Typo-Thema: Humor) bewiesen. Sehr wissenschaftlich rollte er das Thema Metamorphosen auf. Heldensagen, Götter undwasweissichnochallesfüreinuninteressanterverwissenschaftlicherunverständlicherscheiss. Zum Schluss noch ein paar Movies zum Lachen und aus.

Neville Brody, TypoBerlin 2005
Neville Brody, role/play:
Es war einmal ein Mann. Er war der Star aller Grafiker und an Grafik-Desing Interessierter. Auch meiner. Er wurde kopiert. Er wurde zitiert. Man wollte wissen, was er zu sagen hatte. Ihm wurde jeder Preis gezahlt. Er war gut, sehr gut. Er war innovativ.
Damit ist’s nun aus. Neville Brody macht Zeug wie jeder andere auch. Durchschnittsware. Er hat große Namen unter seinen Kunden. Aber niemand hält ihn mehr für einen Star.
Dass das reicht für eine ordentliche Midlife-Crisis kann ich mir gut vorstellen. Er hat einen Bart, der ihn ziemlich blöde aussehen lässt. Und hat gejammert und gelabert. Ich habe gehofft, es kommt der große englische Humor-Hammer. Aber er kam nicht.
Wir müssen mehr Verantwortung… es geht nur mehr darum mehr Dinge zu kaufen oder zu verkaufen… wir machen jeden Tage dasselbe… alle Hotelzimmer sehen gleich aus… sein Sohn hat 13 verschiedene Autorennspiele für die XBox…
Kurz, Neville go home, get laid. Eines meiner Idole hat sich innert einer Stunde völlig demontiert. Der Tiefpunkt der Typo.

Michael, Tobi, Sebastian am Hackeschen Markt, Berlin
Am Abend auf den Hackeschen Markt. Zum thailändischen Restaurant. Anschließend zurück ins Hotel. Dort in der Lobby unterm Pferdekopf Heineken, Becks, Becks Gold. Katharina stellt sich eindeutig als zum Team passend heraus. Premiere: Ins Bett, als es hell wurde über Gerhards Residenz. Boeh.
Ich um vier Uhr früh im Künstlerheim Luise, Berlin

TypoBerlin 2005 • Tag 1

Mittwoch, Mai 25th, 2005

Eintritts-Badge zur TypoBerlin 2005

Abfahrt Linz Hauptbahnhof 23:18 Uhr.
Alles normal – schlechter Schlaf bis Wannsee.
Ankunft Berlin Zoologischer Garten 8:18 Uhr.
Taxifahrt zum Hotel und Künstlerheim Luise in der Luisenstraße.
Gepäckdepot.
Fußmarsch zum Bahnhof Friedrichstraße.
Fahrräder ausleihen.
Fahrt zum Alexanderplatz.
Himmelfahrt.
Frühstück im Restaurant im Fernsehturm. Drei bis Vier Umdrehungen lang.
Fahrt zum Hotel.
Durschen.
Fahrt zur schwangeren Auster, Check-In.

Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Meine Anmeldung ist nicht angekommen.
Kulanter Fontshop-Johnny macht alles in kurzer Zeit möglich.

Rene Knipp, Bewegung in the 2,5th dimension:
Sehr relaxed. Ein Holländer. Prototypisch. Er macht 2,5-dimensionale Skulpturen. 3-dimensionale Typografie. Weil alles ein wenig chaotisch ist zu Beginn, rafft er seinen einstündigen Vortrag auf eine Stunde. Das ist ziemlich rasant und witzig. Er zeigt witzige Fotos, zum Beispiel von einem Schwein und von einer verschimpelten Frucht aus seinem Kühlschrank. Er macht viele Sachen, bei denen er Schrift als dekoratives Element verwendet. Die Fonts dafür entwirft er “quick’n dirty” er verkauft sie auch nicht. Dazu wären sie zu unfertig.

Louis Rosetto, Change is good:
Ein Vortrag auf den ich mich sehr gefreut habe. Wired lese ich ja gerne, auch wenn es bei uns in der Kleinstadt schwer zu kriegen ist.
Rosetto beginnt bereits mit der Einleitung, dass in Spiekermann, der mir übrigens nicht abgehen wird nächstes Jahr, aber dazu später mehr, gebeten habe, zu kommen und er eigentlich nicht wollte, weil “most painfull moments” und aber dann doch und befreiend und thank you, erik, blablabla. Naja, hab ich mir gedacht, Amerikaner halt. Sind halt gerne theatralisch. Inhaltlich meistens sehr interessant und auch spannend und sogar zeitweise kurz witzig ist es aber vom Tonfall kaum auszuhalten. Irgendwann erwartete ich Tränen, die aber dann gottseidank doch nicht kommen wollen, er ersetzt sie zumindest durch tiefe Seufzer. Ich seufze dann, als er von seinem “most painfull moment” zu erzählen beginnt. Wie Wired eigentlich ein “Going Public” plant, um Dollars für die Expansion zu generieren und diese Aktion aber regelrecht im Arsch endet. Zu heulen musste ich aber dann wirklich anfangen vor Mitleid, als er erzählt, wie sie gezwungen waren, Hotwired an Lycos und Wired an Condé Nast verkauft wurde zusammen um zirka 300 Millionen Dollar. Ich verstehe schon, dass es scheisse ist, wenn einem das Baby gestohlen wird, wenn alle Banker fantasielose Arschlöcher sind. Aber 300 Millionen Schmerzensgeld sind nicht übel.
Als Motto hinterließ er: Change ist good. Und da bin ich wieder dabei.

Henning Brehm, Wirklicher als die Wirklichkeit:
Design für Daily Soaps und Hollywood-Blockbuster.
Brehm ist Grafiker für TV- und Film-Produktionen. Er macht alles, was im Film Grafik ist. Zum Beispiel für Gute Zeiten, Schlechte Zeiten alle Plakate, Poster, Zeitungen, Zeitschriften-Titel, Computer-Screens – es gibt in dieser Serie nichts echtes. Alles wird gefaket. Wenn man die Beispiel aneinander gereiht sieht, fällt erst auf, wie gut die zur Qualität der Serie passen.
Für “The Bourne-Supremacy” hat er aus Berlin Moskau, Neapel, München (das ist leicht – ein Einfamilienhaus in grüner Lage und ein BMW mit münchner Kennzeichen) gemacht. So hat er zum Beispiel aus einem Kaiser’s-Supermarkt einen russischen Supermarkt gemacht. Inklusive Produktverpackungen und Fleisch-Theken-Beschriftung. Sehr unterhaltsam.

BodyBag?

Am Abend Amrit, Winterfeldtstraße
Indisch ist immer viel zu viel. Aber gut.
Dann noch in die Oranienburger Straße in irgendeine Bar, in der es Caipirinhas zum halben Preis gibt. Nach zwei ist Schluß für mich.
Und aus.

Die erste Reise nach Albanien Teil IV

Dienstag, Mai 10th, 2005

Das Haus, von dem es heißt, der Bürgermeister würde im obersten Stock wohnen

Wir ziehen mit Belumb durch die Stadt. Zum großen Platz an dem das Nationalmuseum liegt, Hunde schlafen davor im Park und die Nationalbank, der Platz an dem das Enver-Hoxa-Standbild gestanden ist – jetzt ist der kleine Hügel leer.
Erste Kontakte mit der albanischen Fahrweise: alle fahren wie’s gerade geht, zweimal kurz hupen heißt – Achtung da vorne auch auf der Autobahn, wie sich später herausstellen wird, wenn man jemanden überholt – zweimal hupen. Wenn die Fußgängerampel grün ist, haben trotzdem die Autos Vorrang – man hupt halt zweimal.
Wir gehen weiter, an allen möglichen, gut bewachten Ministerien vorbei. In dem Park, an dem das bunt angemalte Hochhaus liegt, in dem der Bürgermeister die oberste Etage bewohnen soll, haben wir den ersten Kontakt mit einem bettelnden Kind. Es hat einen Fuß, der beim Knie endet. Belumb sagt, das sei ein Trick, der Fuß sei in Ordnung – ich bin, angesichts des Grundes unseres Aufenthaltes, nicht wirklich überzeugt. Der Bub klammert sich an das Bein meines Flugbegleiter-Kollegens. Erst nachdem Belumb in kräftig anschreit läßt er los.
Ich habe in meinem Leben noch nie so viele Mercedese gesehen. Mindestens jedes zeite Auto ist ein Mercedes. Alte, die beinahe auseinander fallen bis hin zur blitzenden, nagelneuen S-Klasse. Zum Teil mit deutschen Kennzeichen.
Wir kommen an modernen, glasverkleideten Hochhäusern vorbei, seltsam deplatziert. Die seien von “Arabern” errichtet worden. Weiter geht es an verschiedenen Ämtern und Ministerien vor denen Polizisten stehen mit automatischen Waffen.
Wir gehen im Bogen weiter, kommen an der Universität vorbei zu einem Hotel bei dessen Anblick ich zu lachen anfange. Irgendjemand hat hier in ein hypermodernes, glasverkleidetes Riesenhotel mit Shopping-Mall und Landschaftsarchitekten-Garten investiert, wohl in der Hoffnung in absehbarer Zeit würde aus dem Staub des Nach-Kommunismus, Nach-Pyramidenspiel, Nach-Bürgerkrieg, Nach-Letargie, Nach-Landflucht, Nach-Ach-was weiss-denn-ich der albanische Phönix auferstehen und Tirana zum angesagten Schicki-Micki-Reiseziel werden lassen – Nur 50 Kilometer bis zum Meer! Zur Zeit kann man die Unkosten schön mit den Mitarbeitern irgendwelcher EU-Kommissionen und sonstiger Hochpreis-Hilfsorganisationen decken.

Lesen Sie auch nächstes Mal wieder mit, wenn es heißt: Wird unser Held nach der Ersteigung des Minarettes wieder auf die Erde zurückkehren, wird er die erste Welt wieder erreichen? Es bleibt spannend!

Kunnt eam bitte wer wegtuan

Dienstag, Mai 10th, 2005

A tlana Woifi, ha?
Bitte!