decisive moment?
Dienstag, März 13th, 2007Ja Ja – eh schon wissen, die Geschichte mit dem Henri Cartier Bresson.
Der entscheidende Augenblick. Das hat mich immer vor Ehrfurcht erstarren lassen. Ich hab immer geglaubt, dass wenn man den entscheidenden Augenblick verpasst, ist es vorbei. Kommt nie wieder. Man müsste die Kamera immer “schußbereit” haben, am besten immer vor dem Auge.
Stimmt. Ist wahrscheinlich genau so. Aber auch wurscht. Das Leben besteht in Wirklichkeit aus einer Abfolge von entscheidenden Momenten. Es kommt nach dem versäumten einer der auch super ist oder noch besser.
Früher habe ich mir gedacht, ein Fotograf müsste immer dort sein wo die Hölle los ist. Immer vorne. “Sind deine Bilder nicht gut genug, warst du nicht nahe genug dran”. Ich hab das eben immer so verstanden, dass man immer an den “spannenden” Themen dran sein muss, an denen, die die Welt bewegen.
Ich glaube das nicht mehr. Ich glaube, dass zwar über die “brennenden” Themen berichtet werden muss, aber dass auch wer über die Dinge berichten muss, die danach, daneben passieren. Und darum arbeite ich gerne mit und für die ALLIANZ für KINDER in Albanien.
Albanien – wen interessiert das. Seit der Kosovo-Krise, als der Flüchtlingsstrom über das Land schwappte, hört man nichts mehr. Niemand erfährt was über das Gesundheitssystem, über die Menschen, die, wenn man’s eilig hat in 24 Stunden mit dem Auto erreichbar sind und die doch in einer so anderen Welt leben.
