avedon?

Was noch sagen zu Richard Avedon? Ein sehr wichtiger Modefotograf der 40er bis 60er Jahre, der als einer der ersten mit seinen Models das Studio verlassen hat und seine Sets opulent gebaut hat.

Ich mag ihn wegen seiner Portraits. Er arbeitete dabei mit einer Großfortmatkamera um ungeschönte, zum Teil wenig schmeichelhafte Bilder zu machen (Henry Kissinger: “Seien Sie gnädig mit mir”!). Die Fähigkeit des großen Formats jedes Detail wieder zu geben verleiht seinen Protraits eine Dichte, die über das reine Abbilden von Menschen weit hinaus geht. Die Bilder werden zu “mehr als Fotos”.

Anhand der drei Bücher, die ich von Avedon besitze, wird deutlich welche Breite sein Portrait-Werk hat. Von den Menschen, die er für “In the american west” auf der Straße angesprochen hat bis zu den Celebrities, die in “Portraits” neben Gefängniss-Insassen stehen. Das dritte – “Avedon at work” zeigt aus der Sicht seiner Assistentin die Arbeitsweise von Richard Avedon bei “In the american west”.

Mit seine Arbeitsweise, mit einer analogen, großformatigen Kamera extrem konzentriert und fokussiert auf den Portraitierten ist er jedenfalls ein großes Vorbild.

Mir scheint ja überhaupt, dass für ernsthafte, künstlerische Portraits das langsame und bedachte Arbeiten mit einer “Film-Kamera” viel besser geeignet ist als das mit einer Digitalkamera. Bei meinen eigenen Versuchen scheint es mir, als ob man durch die konzentrierter Vorgehensweise – Stativ, Hinterkrundkarton, Handbelichtungsmesser, Lichtschachtsucher… – dem Portraitierten mehr “Fürsorge” und Wertschätzung entgegengebracht wird, man ihm mehr Interesse widmet. Konzentrierter suche ich nach dem richtigen Zeitpunkt, dem richtigen Ausdruck. Digital mache ich schnell ein paar BIlder, die Belichtung ist automatisch ermittelt, mit dem RAW-Format ist der Spielraum groß und bei zwanzig Belichtungen ist was brauchbares dabei…

Strike back!